Mancher spricht von seiner "abgeschlossenen" Bildung... |
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...und
merkt nicht den Hohn in seinen Worten. Mir macht Bildung (auch
in der Politik 1982-2003) jeden Tag Spass. Lösungen,
anbieten, diskutieren, dazulernen - auch verlieren. Das ist faszinierend.
Reines Parteiengezänk
jedoch ist sinnloses Nullsummenspiel und führt nicht weiter. |
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Bevor ich prägende Erlebnisse und Erkenntnisse vorlege Hier eine kurze Chronologie der wichtige Meilensteine und Aufgaben: |
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JJ's Politik-Bausteine & Eckpfeiler |
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| Die "Bildungspäpste" treten gemeinsam ab: Uraufführung der Oper "Ernesto der Grosse" im Zürcher Bernhard-Theater am 24.5.2003: "Kardinal" J-J besingt den abtretenden Zürcher Regierungspräsidenten Prof. "Turbo" Ernst Buschor: "Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen!" | |||||||||||||||||||||
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Mitwirkung an Gesetzen 1992-2002: |
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| Personalgesetz | |||||||||||||||||||||
| Volksschulgesetz | |||||||||||||||||||||
| Mittelschulgesetz | |||||||||||||||||||||
| Fachhochschulgesetz | |||||||||||||||||||||
| Pädagogische Hochschule | |||||||||||||||||||||
| Universitätsgesetz | |||||||||||||||||||||
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| Politik: was bringt das? | |||||||||||||||||||||
| Zunächst: Für 99% der Schweizer Politiker bringt der Dienst für das Gemeinwesen im besten Fall eine "Ent-Schädigung" (kommt von: Schaden). Ausser Spesen nichts gewesen? Nein. Auch wenn der zeitliche Einsatz sehr hoch ist - viele Erlebnisse und Erfahrungen sind so prägend, dass es sich alleweil lohnt. Faszinierend ist die mehrschichtige ...Realität. Slogans, Haltungen, Ängste, Sympathie, strenge Logik, Biografien vermischen sich zu digitalen Abstimmungs- oder Wahlresultaten. Jeder erfahrene Politiker ist eine "Festplatte" von Lokalkenntnissen. Wie im Sport kann man auch in der Politik lernen, mit Anstand und Selbstkritik zu verlieren. Tröstlich: In der direkten Demokratie bekommt das Volk ja, was es bestellt hat. Es hat auch nicht zwingend recht - aber es bestimmt! | |||||||||||||||||||||
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| Motivation ??? !!! | |||||||||||||||||||||
| Nicht zufällig fällt das definitive Engagement für die Politik, das heisst der folgenschwere Entscheid für ein zeitraubendes Amt, mit der Geburt meiner Kinder zusammen. Sinn für längerfristige Zusammenhänge, das "Uebergeben und Uebernehmen" der Generationen im Staat, Dankbarkeit für die eigenen Chancen, Dankbarkeit für gesunde Kinder, Dankbarkeit für visionäre Zürcher Vorfahren - daraus gewann ich Freude und Motivation am Mitgestalten der Zukunft. Zukunft - das sind unsere Kinder: | |||||||||||||||||||||
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vertrauensvoll
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optimistisch
lernbegierig
ideenreich
praktisch veranlagt
unkompliziert
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| Erfolgloser Erfolg? | |||||||||||||||||||||
| Beides ist schwierig: die Analyse politischer Erfolge, aber auch die Definition des persönlichen Erfolgs schlechthin. Ich freue mich beispielsweise an 10 Jahren Arbeit im Zürcher Bildungswesen. Andere messen alle ihre politische Aktivität an Wahlerfolgen. Beispiel: Die Zentrale der Zürcher SVP tut nichts anderes und deklariert das offen. Der Einfluss in Sachfragen ist ihr gleichgültig. Ohne Wertung: Ich habe es gerne anders. Auch wenn sich Abstimmungserfolge kaum in Wählerstimmen umsetzen lassen: Sind es deshalb sinnlose Erfolge? Sehr hart verfährt der Bürger auch mit der Arbeit unzähliger Behördemitglieder (Hunderte in jedem Zürcher Bezirk). Ihre Leistung geht in den grossen Wahlkämpfen völlig unter - niemand wählt Partei X, weil Frau Y und Herr Z in den Lokalbehörden einen Superjob machen. Eigentlich unverständlich: auch dies sinnlose Erfolge? Mit diesem Paradox muss man leben - darf aber die Dinge beim Namen nennen. | |||||||||||||||||||||
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| Bollwerk Gemeinde | |||||||||||||||||||||
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Wenn die Schweiz EIN
Erfolgsprodukt für den Export in die EU
und in die UNO hat oder hätte, dann ist es die autonome Gemeinde. Die Gemeindepräsidenten gelten auch im
Kantonsrat als "stärkste Partei". Wenn man aus dem Ausland zurückkehrt, nimmt man die
Freiheit und den enormen Entscheidungsspielraum
der Gemeinden voll wahr: Nehmen wir eine
Schulgemeinde. Sie macht ihr Budget, stellt es an der
Gemeindeversammlung vor, erkämpft sich ihre Finanzen. Sie stellt
Lehrkräfte an, beurteilt sie, entlässt. Sie baut, sie klärt ab, sie berät, sie legt
Geld an - und all dies nebenamtlich.
Ein Schlüsselerlebnis: Als Schulpräsident erhielt ich Besuch von einer koreanischen Delegation. Wir stellten einige Urnen auf, um eine Abstimmung zu simulieren. Wir erklärten die Festsetzung des Steuerfusses durch die Gemeindeversammlung. Ungläubiges Staunen, dann schallendes Gelächter. "Ja aber - da wird doch jeder für Null Steuern votieren!" - Falsch: Die Schule ist des Zürchers liebstes Kind! Seit 180 Jahren. |
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| Parteien: nur parteiisch, nur abhängig? | |||||||||||||||||||||
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| Parteien haben einen schlechten Ruf. Sie werden assoziiert mit Einschränkung der persönlichen Meinungsfreiheit und Parteifilz. Dabei sind sie Dienstleister, eigentliche Kraftwerke. Besonders wenn es um Tausende von zu besetzenden Miliz-Behörden-"Stellen" geht! Weshalb die Löcher nicht einmal offen lassen, um dem "unabhängigen" Bürger den Weg zu ebnen? Parteilose gelten im Lande häufig als "edler" - dabei legt die Parteibindung dem Wähler nur die Grundhaltung des Kandidaten offen. Ein SP, FDP, SVP oder GP Behördenmitglied kann man an seinem sozialen, liberalen, ökologischen oder traditionellen Weltbild messen und konfrontieren. Parteilose sind "vogelfrei". Die Parteien haben ohnehin weniger Einfluss als die mächtigen Informationsapparate der Interessengruppen. Viele Sachgebiete sind ohnehin keine links-rechts-Frage. In einer Liberalen Kader-Partei, wie sie die FDP darstellt, kommt zudem die grosse Sachkenntnis vieler Mitglieder hinzu, die sich nicht wie Stimmvieh kritiklos "zur Schlachtbank führen lassen". Auch Parteien funktionieren nur dann, wenn sich die beteiligten Menschen mögen. Strategien sind für die Schubladen. | |||||||||||||||||||||
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| Wahlen sind keine objektive "Auswahl" | |||||||||||||||||||||
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| EINE harte Lehre hält die Politik für jeden Zauberlehrling bereit: Wahlen vorbereiten, eine Plattform zusammenstellen, die eigenen Chancen abschätzen und mit dem Resultat - Erfolg oder Misserfolg - leben müssen, obwohl die Motive der Wähler nie echt ergründet werden können. Mit der Zeit entwickelt sich eine gewisse Gelassenheit. Eine Wahl ist keine professionelle Selektion ist, sondern ein Entscheid, der aus grosser Ferne zur diskutierten Person fällt. In diesem Sinne ist eine Niederlage auch kein Werturteil, sondern einfach ...eine Nichtwahl. In der Gemeinde werden Persönlichkeiten gewählt, auf Kantonsebene kann man nur noch in Landbezirken wirklich an die WählerInnen herantreten. Für das eidgenössische Parlament braucht es einen riesigen Bekanntheitsgrad. Diesen kann man sich nur mit aktiver Medienpräsenz oder sehr viel Geld verschaffen. Es braucht eine Hausmacht, "Arena-Tauglichkeit" und Anerkennung weit über die eigene Partei hinaus. Eine weitere Amerikanisierung ist abzusehen. Also: Wahl ist Macht - Nichtwahl ist mehr Freizeit. Sagt ein Kollege: "Ich bleibe mir selber treu; denn mit mir bin ich am häufigsten zusammen - 24h täglich muss ich in den Spiegel sehen können!" | |||||||||||||||||||||
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| Vom Spiel zum Stil: Parlamentsregeln... | |||||||||||||||||||||
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| Dem französischen Finanzminister sagt man nach, Steuern eintreiben sei die Kunst, dem Huhn - bei möglichst wenig Geschrei - möglichst viele Federn auszureissen. Tatsächlich ist das Finden des richtigen Masses (Wortmeldungen) eine hohe parlamentarische Kunst; denn seinen parlamentarischen Ruf sorgfältig aufzubauen, ist ausserordentlich wichtig. Oft benötigt man ja viele Mitstreiter ausserhalb der eigenen Partei, um wirklich etwas durchzubringen. Dies ist nur möglich, wenn man nicht unnötig verletzend ist. Wer auf den Mann zielt, sollte gute Schienbeinschoner tragen, denn früher oder später kommt die "Botschaft" zurück. Natürlich sind gute Sprüche und träfe Voten das Salz in der Suppe der Debatte. Und heftige Kontroversen in der Sache sollen hingegen durchaus angestrebt werden. Kompromisse kommen früh genug. Am Ende folgt der Volkswillen. Ich habe mich eher begrenzt (Themen) und gemässigt (Stil) - mit gutem Erfolg. Denn: Selig sind, die nichts zu sagen haben, und es auch tun... | |||||||||||||||||||||
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| Die Medien: vierte oder gar erste Macht? | |||||||||||||||||||||
| Sagte mir ein alter Amtschef: "Wissen Sie, Journalisten sind wie das Fieber: Es kommt, und nach 3-4 Tagen ist es wieder vorbei." Daran - zumindest an der fatalistischen Geisteshaltung - ist viel Wahres und Wertvolles. Und doch schmerzt es sehr, wenn man - wie man ja meistens meint: zu Unrecht - durch den Schmutz gezogen wird. Obwohl viele sagen: "Ganz egal, was in der Zeitung steht: Man spricht von dir!" Negative Zeitungsberichte muss man aushalten können. Allerdings: Wer das Rampenlicht sucht, darf die manchmal unberechenbare Mechanik der modernen Medien nicht fürchten. Und: Gegenwind gibt Auftrieb. Ist ein Angriff wirklich zu Unrecht erfolgt, kommt die Stunde in der man ihn lächelnd zurückweisen kann. Elefantengedächtnis als Lebenshilfe: Die Narben sind bereits verheilt, aber die Genugtuung wirkt dennoch wie Balsam. Aber wer nicht über unbegrenzte Finanzmittel verfügt, hat nie eine Chance, gegen die Medien zu gewinnen. In diesem Sinne ist die Macht der Medien unbeschränkt. Wer in den Hammer läuft, ist erledigt. Mit Ausgestossenen lässt sich inskünftig auch keiner mehr gerne sehen... Auf der zweiten Waagschale sitzt der machbare Aufstieg. Freunde beim Fernsehen, die ganz unauffällig dafür sorgen, dass man häufig "spontan angefragt" wird, sind unbezahlbar. Gute Präsenz in den Klatschspalten ist hilfreich. Auch damit hat man zu leben. Wer nicht über das Sackgeld verfügt, Briefe in jede Schweizer Haushaltung zu verschicken, muss halt als Wanderapostel wirken. Und gelassen sein... | |||||||||||||||||||||
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| Der gefährliche Mythos von der Miliz bzw. Freiwilligenarbeit | |||||||||||||||||||||
| Wir Schweizer pflegen den Mythos der allumfassenden Miliz. Man ist Bauer (zumindest im Herzen), greift zum Gewehr und wird Soldat, zieht die Krawatte an und geht ins Parlament, streift das Senne-Chutteli über und avanciert zum Sänger. Nicht dass ich etwas gegen diese Form der Horizonterweiterung hätte. Aber wer sich nicht halbberuflich der Politik widmet und widmen kann, gewinnt heute keinen Blumentopf mehr. Beispiel: Wer die Effizienz der Universität Zürich kritisieren will, muss erst ihr 700 Millionen-Budget begreifen. Das braucht Zeit! Sonst wird er abhängig von den hoch spezialisierten Fachleuten. Beispiel: Der totale Umbau der Zürcher Lehrerbildung hin zur Pädagogischen Hochschule war auf der parlamentarischen Ebene mein parlamentarisches Gesellenstück. Zeitaufwand: volle 3 Monate: Vorbereitung, Hearings, Studium allg. Bildungstrends, Einzelgespräche, Beratungen im Parlament, Abstimmungskampf. Kurz: Mit 30% ist man als Kantonsrat dabei - aber wirkungslos. Mit 50% kann man in der Regel eine anspruchsvolle Kaderposition in der Wirtschaft vergessen. Zwischen diesen Polen wird bei uns Politik betrieben. Für 20'000 Franken jährlich. | |||||||||||||||||||||
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