Lebensschule,
Gesellschaftsschule
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Vo nünt
chunt nünt!
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[Ostschweizer
Sprichwort]
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Die
wertvollsten, tiefsten und zugleich schmerzhaftesten
Führungserlebnisse erlebte ich früh im Mannschaftssport.
Auch faszinierende Begegnungen mit anderen Kulturen. Sport ist
glasharte
Leistungsgesellschaft mit unerbittlichen Sofort - Feedbacks. Er
ermöglicht unschätzbare Lebenserfahrungen
in einem "geschützten Rahmen". Ausser man sei Profi.
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Benützen Sie die
Sport-Schalttafel:
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Weg als Handballspieler
| 1963
mit 16
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Ich kam spät zum Sport. Lieber las ich in der
Sekundarschule Schiller, Goethe und Shakespeare. An der "Schüeli"
kam ich bloss zu einem Kurzeinsatz. |
| 1964 |
Im Lehrerseminar baute ich
dann perfekt abgestimmtes Team auf, das
die grossen Mittelschulen an den Zürcher Turnieren das Fürchten lehrte. |
| 1965 |
Wir nahmen als Seminar Oerlikon an der
ruppigen 4. Liga-Meisterschaft Herren teil. Hartes Brot! |
| 1966 |
Abstecher zur Lehrersportgruppe,
die eine Liga höher
spielte. Wieder hartes Brot. |
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| 1967 |
Gut
trainiert, lief ich als mässiger Verteidiger im National-Liga A
Team von TV Unterstrass mit: im Feldhandball sogar eidg.
Turnfestsieger...
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| 1968 |
Mit 20
kam der erste Trainerjob in Rümlang. Als
die Früchte des Trainings in den Aufstiegsspielen zu schwinden drohten,
schoss ich wutentbrannt für einmal selber 3 Tore hintereinander... |
| 1970 |
Rückkehr zum TV Unterstrass. Schwanengesang auf den
Feldhandball an der Spitze (NL A). Häufige Unterbrüche (Militär,
Studium):
nur Teileinsätze
in der Halle (NL B). |
bis 1987 |
Früher Entscheid für
eine reine Trainerlaufbahn: Einsätze als
Spieler nur noch in der 2. Liga bei: TV Unterstrass II
HC Gelb Schwarz Stäfa
HC Horgen II
Spose Kilchberg II |
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Stationen als
Handballtrainer
| Seminarauswahl für Mittelschul-Turniere |
Eine erste
vierjährige Trainererfahrung mit den Klassenkollegen. Ein
durchschnittliches Team (nur aus einer Klasse gebildet) erreichte
grosse Finals dank blindem Verständnis und optimalem
zwischenmenschlichem Räderwerk. |
| HC Rümlang
2./3./4. Liga, Frauen NL A |
Nach
durchzogenen, eher ernüchternden Erfahrungen als Spieler wusste ich,
was in unteren Ligen verlangt wird. Die Aufgabe reizte und war recht
erfolgreich (Aufstieg). Abbruch infolge grosser Absenzen ab 20
(Studium, Offizier). |
| TV Unterstrass
Jun. B / Inter A |
Erster Prüfstein:
Aus flatterhaften B-Junioren (15-16) formte ich ein schlagkräftiges
Team. In der (zu) hohen Inter-Junioren-Spielklasse folgte ein
geordneter Rückzug (erster Punkt in der letzten Minute des letzten
Spiels). Im nächsten Jahr (Jun. A Meister) bewährte sich das Team
dann glänzend. |
| Karrikatur
von J-J (Künstler: Henry Trachsler, Crack von SPOSE Kilchberg)
1983 |

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| Spose Kilchberg
Nationalliga B Herren |
Berufung mit erst 26 als Trainer in die Nationalliga B. Es
folgten 2 x 3 spannende Jahre mit extremem Hoch (1976 Spiel um den Einzug in die NL A: 11:12 gegen Yellow
Winterthur) und Tief: Abstieg 1977... |
| HC Horgen 1.
Liga |
Zwischendurch
ein Engagement beim ambitiösen See-Rivalen, der die gute Jugendarbeit einfach nicht in Zählbares umsetzte. Nach meinem
Abgang folgte ein Total-Umbau mit 11 neuen Spielern. |
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Abstecher in andere
Sportarten
Alles kreiste im Handballsport um die
Faszination des Mannschaftsgeschehens. Wer aber einmal gut in
Form ist, findet Zugang zu anderen Sportarten:
Einmal "ungeschlagen" über 110m
Hürden 1967
nahm ich für das Lehrerseminar Oerlikon an der Mittelschulmeisterschaft auf dem
Letzigrund teil und gewann völlig überraschend über 110m Hürden (15.9
sec.) gegen 3 versierte Athleten des LC Zürich. Ich kam mit der
Bahn-Nummer nicht zurecht und machte im Rollkragenpulli wohl einen exotischen
Eindruck. Dank kräftigen Handballerbeinen konnte ich zwischen den Hürden
beschleunigen. Allerdings: Nach einer Trainingsphase beim LCZ
erkannte ich schnell, wie weit der Weg zur Spitze wäre.
400 Meter Läufer? Die
starken Beine und der lange Schritt liessen mich einige Jahre mit
Distanzen zwischen 200 und 400m liebäugeln. Über 200m startete ich 1971
in der Halle in Edinburgh, im Militär gelangen mir 1972 50.9 sec.
über 400m auf der Strasse. Valabel waren auch 36.0 sec. über 300m. Aber auch
hier (machen wir uns nichts vor!) wäre der Weg aufs Treppchen
dornenvoll und ungewiss gewesen.
Fussball-Konter-Stürmer Handballer
spielen oft (am liebsten) Fussball. Bei den Finanz-Kickers
Zürich, einer Plausch-Gruppe aus der kant. Verwaltung bin ich seit 1977
(!) im Element ...mit Spielerkollegen von 17 bis 77. Mit dem Zählen der (Hallen)Tore habe ich wie
Pélé aus Brasilien längst zu zählen
aufgehört. Mit 60 geniesse ich auch die "Entbindung von
Verteidigungsaufgaben". Trotzdem: Im Handball Spielmacher,
im Fussball
Vollstrecker: Eigentlich habe ich das nie begriffen.
Micro Scooter:
Auf dem jüngeren Bruder des ursprünglichen Trottinetts, mit dem ich als
Kind jeweils von Zürich bis Nussbaumen bei Baden zur Grossmutter fuhr, fühle ich mich
jederzeit pudelwohl ...und schnell. Ein unfreiwilliger Salto pro Jahr ist
eingeplant.
Wasserball:
Einmal nahm ich mit meinen 1. Liga-Handballern von Horgen an einem Turnier
teil. Alle meinten, da müsste ich gut sein. Aber, oh weia! Der Gegner zog
ein fürs andere Mal wie ein TGV an mir vorbei. Ertrunken bin
ich nicht. P.S. Meine Wasserverdrängung war unerreicht (Quali von
US-Freund 1972).
Curling:
Zwei Plauschturniere gewonnen - weiss der Teufel wie...
Federball:
finde ich toll, um sich intensiv und kreativ zu bewegen.
Velofahren: macht
leider müde, wenn es bergauf geht.
Schiessen:
siehe Armee, ganz ordentlich.
Skifahren: zu viel Kraft, zu wenig
Technik = Verletzungsgefahr.
Wandern, Walking: regelmässige
Passion in Form von 2-3 Stunden Eilmarsch vorwiegend auf den
Schwarzwaldhöhen mit Heidi und Beiz (am Schluss).
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Ausbilder auf allen
Ebenen...
Parallel zur Vereinslaufbahn
(und darüber hinaus) holte ich mir eine erstklassige Trainerausbildung und
liess danach einiges in den Verband zurückfliessen.

1971 J+S Leiter 1 und 2
(Jugend & Sport)
1972 J+S Leiter 3 (immer
ESSM Magglingen) 1973 SHV Instruktor
(Schweiz. Handball-Verband) 1974 J+S Experte
(Leiterausbildung & Betreuung)
1986
IHF Lektor (Internat. Handball Federation)
Es folgten - als Return -
Ferienkurse, Handball-Wochen, Förderlager, Lehrerkurse, Leiterkurse, Trainingsbesuche etc. Zwischendurch
gründete ich als Selbsthilfe die "dissidente" Handball
Trainer Union (HTU), was
der Verband nicht gerne sah.

Schweizerische Handballwoche
in Willisau 1983
Juniorenkommission /
Regionalauswahlen Hier
ging es in den 70er Jahren darum, den Weg des talentierten Juniors vom
Verein bis in die Nationalmannschaft über mehrere Selektionshürden und
Förderungsanlässe hinweg optimal auszugestalten. Die Problematik rund um
eine faire und optimale Auswahl- und Förderung brachte mir auch beruflich
sehr viel.
Ausbildungskommission / Höhere Trainer
Ausbildung In
den 80er Jahren organisierte und moderierte ich Trainersymposien und
Nationalligatrainer-Kurse. Immer mehr konnte ich selber aus dem Gebiet
der Führung, Auswahl und Konfliktbewältigung beitragen - allerdings
lockerte sich der Kontakt zum professionelleren Handballspiel (Beruf).
Dank
1993 überreichte mir der Schweizerische
Handball-Verband zum Dank für 20 Jahre Aufbauarbeit die goldene
Ehrennadel.
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Dessert: internationale
Einsätze
Und das kam so: Das
Internationale Olympische Komitee (IOC, Lausanne) spricht durch die Direktion
Olympische Solidarität
jährlich eine Anzahl Sport-Entwicklungskurse (für Trainer auf nationalem
Niveau). Die Sportverbände benennen fachlich versierte und
weltgewandte Dozenten. So wurde ich IHF Lektor. Meine Einsätze:
1984
Teheran (IRAN), 1. Golfkrieg...
1985
Damaskus (SYRIEN) 1985
Mürren (SCHWEIZ) für Mitteleuropa 1987
Montreal (KANADA) 1989
Tripolis (LIBYEN)
1992
Bregenz (OESTERREICH)
Die
kulturellen Einblicke
und Einsichten sind unter "Kulturen greifen" dargestellt. Die
Kurse war aber auch methodisch und organisatorisch ein wahrer
Prüfstein! In
der Regel flog man am Vortag ein, war gar nicht so
sicher, ob man überhaupt erwartet wurde und musste sich bis spät in die
Nacht - nachdem man sich über Anlagen, Teilnehmer etc. ins Bild gesetzt
hatte - mit der Lektionsvorbereitung befassen. Die
Kurse dauerten 1 bis 2 Wochen - im Einmannbetrieb mit Dolmetscher.
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Sehr gut
bewährte sich die gute, alte Wandtafel. Im übrigen schrieben alle
...arabisch mit. |
Es ging nicht nur
um das Handball Einmaleins, sondern: Wie baut man eine Sportbewegung
auf? Welche Strukturen braucht ein Verband? Wie beschafft man die Mittel? An Zwischentagen
lernte ich die Schönheiten
des Landes kennen, kam in direkten Kontakt
mit den Familien und Regierungsstellen. Die
Einsätze waren derart komprimiert, dass erst mit dem Verfassen der Berichte die
ganze Fülle des Erlebten greifbar wurde. Sozusagen ein nicht
unverdienter, aber reichlicher "Fringe
Benefit" des Sports.
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Ausklang:Hallenfusssball(schach)
Machen wir uns nichts vor:
nach 50 zeigen sich im sportlichen Bereich die Grenzen
deutlich. Das Chassis wird schwerer, der Motor stottert. Dank
Konzentrationsfähigkeit und Einsatz lässt sich einiges vernebeln, nicht
aber die Muskelschmerzen. Trotzdem macht Fussballspielen
in der (kleinen) Halle noch viel Spass. Da kann man ja auch manchen
Sturmlauf durch kluges Stellungsspiel und blitzschnelle Entscheidungen
kompensieren. Die Finanzkickers - über 30 Jahre alt - sind ein Phänomen: Immer wieder stossen junge Spieler dazu,
20-30 Jahre jung! Toll auch die bereichernde Geselligkeit
zwischen den Generationen.
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Die eigenen Grenzen kennen
lernen
In der sportlichen
Herausforderung, im Wettbewerb und im Hochgefühl der erbachten Leistung, ja
des Sieges liegt der grosse "Kick" für Sportbegeisterte. Man
lernt Sieg und Niederlage kennen,
Ausreden weglassen, realistische Ziele setzen. Als Spielmacher
in der 2.Liga reichte mein Handballpotenzial. Zu mehr nicht. Dafür fielen im
Plauschf-Fussball die Tore fast unerklärlich wie reife Früchte. Auch das läuferische Talent war erfreulich. Meine
Hürden-Eskapade und ein 100m-Rennen neben Reto Diezi (10.2 sec.) machten
mir aber das riesige Loch von Plausch zu Spitze
greifbar. Am besten lernte ich meine
Grenzen an der Uni Aberdeen kennen. Dort erhielt jeder
fair EINE Chance - ein Trial im
Universitätsteam. Ich
versuchte mich neben ehemaligen Basketball und Fussball-Profis: Die Lehre zog ich selber.
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Selbstkritik und
Standortbestimmung
Der Sport bietet eine Fülle von Chancen, sich kennen zu
lernen. Die körperliche Erschöpfung, das psychische Nachgeben, d.h.
Eingestehen der (persönlichen) Niederlage sind nur ein Teil der Palette.
Sehr wichtig ist die Fähigkeit,
sich realistisch einzuschätzen,
seinen Platz zu suchen und zu behaupten - die
eigenen Ambitionen auf das Potenzial abstimmen: Genau das predigte ich
später als Personalfachmann...
Wichtig ist mir auch
Fairplay und Respekt
vor dem Gegner. Und Gastfreundschaft: Wenn die Spitzenspieler des dänischen
Topteams aus Naestved 1969 unauffällig zur
Seite treten, damit mein unterklassiges Team aus Rümlang einige Ehrentore
erzielen kann, ist das so edel, wie wenn der
Sieger dem Unterlegenen am Schwingfest das Sägemehl von den Schultern
klopft. Fragen zur Ethik des
Erfolgs stellten sich im Sport viel früher als im Beruf!
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Sport formt.
Konflikte mit dem Trainer, den Mitspielern, dem Gegner, den eigenen und
fremden Zielen, dem Umfeld formen die Persönlichkeit.
Nach dem knapp verpassten Aufstieg mit Kilchberg erhielt ich 1976 als Trost
Blumen vom Vater eines jungen Spielers. Dieser hatte sich im Gymnasium stark verbessert, seit er mit der ersten Mannschaft
hart trainierte...
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Anspruchsvolle und
mehrschichtige Gruppendynamik

In sportlichen
Zeitraffer laufen
viele Entwicklungen
rascher, härter, verwirrender
ab.
Mit dem Fast-Aufstieg in die NL A kam ich zu einem überraschenden Anfangserfolg. Mit dem folgenden Abstieg in
die 1.Liga folgte ein frustrierendes Erlebnis. Wer trug wieviel Schuld?
Gründe für Erfolg wie Misserfolg sind im Teamsport so schwer dingfest zu
machen, dass man
tiefe Zweifel Machbarkeit
und Planbarkeit bekommt. Die Dynamik des Teams
erweist sich oft als viel wichtiger als Trainingsinhalte
und Spielkonzepte. Auch wenn Trainers so gern drüber sprechen...
Heute bin ich überzeugt,
dass der organische Auf-
und Zusammenbau
eines Teams alles anderen
Einflüsse dominiert. Die fachliche "Ideologie" des Trainers ist eher
Risikofaktor denn Erfolgsgarant.
Die Grundzüge der Spielanlage liegen im Mannschaftsgefüge selber. Auch
"magische" Trainer scheitern plötzlich, wenn sie ein Team nicht
voll erfassen. "11 Freunde müsst ihr sein" - Sepp Herbergers
Spruch ist NICHT trivial.
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Einsamkeit in der Führung
/ Wechselwirkungen
Wer führt, ist allein. Erfolg gibt recht, Misserfolg setzt ins Unrecht.
Punkt - Schluss! Trainer-Zyklen brennen sich tief ein. Wir reifen. Mal läufts, mal nicht: Nach
dem unerwarteten Erfolg mit Kilchberg baute ich
das Team um, eliminierte bewährte Kräfte und setzte Hals über Kopf "auf
die dynamische Jugend". Gute Resultate in den
Vorbereitungsspielen täuschten. Bei den "Big Points" in den
Ernstkämpfe fehlten die Routiniers: Wir verloren reihenweise knapp: keine
Leader. Als Trainer klammerte ich mich an das theoretische Team-Potenzial - der Misserfolg blieb.
Es kam zu Kritik, Anfeindungen, innerer Emigration. Wechselwirkungen zwischen Team und Trainer
führten in die lange
Kurve der Demotivation, deren logischer Schluss wie so oft der Abstieg war.
Heute - danach - wäre ich lockerer!
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Ein direkter Draht zu
fremden Kulturen
Die
stärksten Handball-Eindrücke verschafften mir jedoch die
Kurzaufenthalte in Teheran, Damaskus und
Tripolis. Das Vorurteil über die heissblütigen, ungebildeten
und opfersüchtigen Wüstensöhne wurde massiv korrigiert.

Ausbildungsmethodik: Gewöhnlich
entwickle ich Lehrsätze mit den Teilnehmern. Man riet mir jedoch, meine Weisheiten ohne
Diskussion zu verkünden. Ich tat es anders - nach der ersten Fragen
kam ich 45 Minuten nicht mehr zu Wort. Araber diskutieren fürs
Leben gern...
Familie
oder Sippe: Beeindruckend
der Zusammenhalt. Alle werden
mitgenommen, respektiert und mitgetragen.
Da braucht es kein staatliches Sozialnetz. Ob
wir demnächst zu solchen Lösungen zurückfinden?
Gastfreundschaft
unter Beduinen: In Libyen fragte ich meinen Gastgeber, ob er Geld wechseln
könne: "Nein, das ist verboten. Aber sag mir einfach wie viel du brauchst, damit ich es dir
schenken kann." Grosszügige
Geschenke - in Libyen nur für die Kinder; denn die Gattin "gehört" dem Ehemann.
Kopftuch:
Auch ich trug in Teheran bei 40° im
Schatten lange Hosen und Aermel. Ich gewöhnte mich offenbar so rasch an die
verhüllten Frauen, dass ich erschrak,
als ich nach 2 Wochen im Lift des Hiltons eine Amerikanerin ohne
Kopftuch antraf...
Traurige Erkenntnis in Isfahan: Anlässlich der nationalen Jugendfinals) fragte ich, wer von diesen
Jungen im nächsten Jahr in den Golfkrieg 1 eingezogen würde: 2/3 die lachenden,
frohen Jungen! Ich wusste, dass bloss 50% von der
Front zurückkommen würden. Menschenmaterial! "Wir haben 40 Millionen, der
Irak nur 15: Wir gewinnen," sagte mir ein Perser überzeugt.
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1000 Gründe, die Jugend
sportlich zu fördern
Heute kann ich einiges selber tun, fördern und unterstützen. Sport
ist keine heile Welt, aber die Chancen für die Stärkung von Individuum und
Gemeinschaft sind enorm. Die
Leistung und die Bedeutung der 27'000 Sportvereine in der Schweiz
krass unterschätzt.

Aus früheren Spielern werden
Vorstandsmitglieder (SPOSE 1981)
Im Panathlon
Club Albis (Service Club) lassen
wir uns an den Treffen über neue Trends informieren und unterstützen
junge Talente auf
dem Weg zur Spitze. Im Forum
Pro Wettswil versuchte ich
mit den Vereinen die Bevölkerung zu überzeugen, dass Infrastrukturen, z.B.
eine Sporthalle
in der Region das grosse Potenzial an Jungen aktivieren würde. Im Kantonsrat
konnte ich mitwirken, nach 25 Jahren Druck (!) auch in Zürich ein Mittelschul-Zug
für sportlich und musisch Begabte eingeführt wird.
Mit Freude nahm ich "Repräsentations-Pflichten"
an Sportanlässen wahr. Es war dies auch
Wertschätzung für die Organisatoren. Die Probleme kenne ich aus eigener
Anschauung. Als Präsident der Supporter-Vereinigung
des lokalen Fussballclubs konnte ich die finanzielle Grundlage der ersten
Mannschaft und der Juniorenabteilung stärken. Auch im Schweizerischen
Handball-Verband bietet
sich als Zürcher Delegierter hin und wieder die Gelegenheit, dem Verband
durch konstruktive Voten Brücken zu bauen.
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